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Sanitär & Heizung

Heizung erneuern in Freiburg: Diese Fragen sollten Sie vorher klären

Symbolbild Heizung und Sanitär

Vor dem Heizungstausch in Freiburg sollten fünf Fragen beantwortet sein: Wie gut hält Ihr Haus die Wärme? Welche Energieträger liegen an Ihrer Adresse an? Mit welcher Vorlauftemperatur kommt Ihr System aus? Was sieht die kommunale Wärmeplanung vor? Und wie viel Zeit haben Sie? Die Gerätefrage ergibt sich daraus. Eine Besonderheit gibt es hier allerdings: Das milde Klima des Oberrheingrabens verschiebt die Rechnung, aber nicht überall im Stadtgebiet gleich.

Frage 1: Wie ist der Zustand der Hülle?

Eine Heizung versorgt eine Hülle. Freiburg hat eine historische Kernstadt und ausgedehnte Altbauviertel mit massiven Wänden, hohen Räumen und großen Fenstern, Substanz, die Wärme speichert, sie ohne Dämmung aber auch abgibt. Wer zuerst die Hülle verbessert, braucht danach eine kleinere Anlage. Das ist keine Haltung, sondern eine Rechnung.

Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist Außendämmung meist ausgeschlossen. Dann rücken oberste Geschossdecke, Kellerdecke, Fenster und gegebenenfalls Innendämmung in den Blick, anspruchsvoller in der Planung, und ein Grund, eine Energieberatung an den Anfang zu stellen statt ans Ende. Geht die Hülle nicht gleichzeitig, sollte die Heizungsplanung den Zielzustand wenigstens vorwegnehmen, damit das Gerät später nicht überdimensioniert im Keller steht.

Frage 2: Milde Winter, gute Karten: aber wo genau?

Hier kommt der Freiburger Sonderfall. Das Klima im Oberrheingraben gehört zu den mildesten in Deutschland. Für Wärmepumpen ist das ein echter Vorteil: Je milder die Außentemperaturen in der Heizperiode, desto besser arbeitet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe über das Jahr. Die kritischen sehr kalten Tage, an denen die Effizienz einbricht, sind hier seltener als in vielen anderen Regionen.

Aber: Das Stadtgebiet reicht von der Rheinebene weit in die Schwarzwaldhöhen hinauf. Für ein Haus in Hanglage mehrere hundert Meter höher gelten spürbar andere Bedingungen als für eines in der Ebene, kältere Winter, längere Heizperiode, mehr Schnee. Wer dort plant, sollte sich nicht auf die Aussage »in Freiburg ist es ja mild« verlassen. Die Auslegung gehört an Ihre Adresse, nicht an den Stadtnamen.

Frage 3: Welche Vorlauftemperatur braucht das Haus?

Der technisch wichtigste und am häufigsten übersprungene Punkt. Wärmepumpen arbeiten umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Ob Ihre Heizkörper damit zurechtkommen, lässt sich messen statt schätzen: Ein Fachbetrieb senkt die Anlage an kalten Tagen testweise ab und prüft, ob alle Räume warm werden. Der Test kostet fast nichts und beantwortet die teuerste Frage des Projekts.

Oft genügt es, einzelne Heizkörper zu tauschen. Der hydraulische Abgleich gehört in jedem Fall dazu, ohne ihn kämpfen Räume gegeneinander.

Frage 4: Was liegt an, was ist geplant?

Zu klären: Gibt es Fernwärme oder ist sie perspektivisch vorgesehen? Wie steht es um den Gasanschluss? Reicht der Stromanschluss für eine Wärmepumpe? Ist Platz für ein Außengerät, und wie nah steht der Nachbar? In der dichten Altstadt- und Blockbebauung sind Aufstellort und Schallschutz reale Hürden, in offener Bebauung weniger. Erdwärme ist standort- und genehmigungsabhängig und wird früh geprüft oder gar nicht.

Fragen Sie außerdem den Stand der kommunalen Wärmeplanung für Ihre Adresse ab, bevor Sie unterschreiben. Es sind Planungsstände, keine Zusagen, aber sie schlagen jede Vermutung.

Frage 5: Solarthermie oder Photovoltaik?

In einer sonnenreichen Region stellt sich diese Frage fast automatisch. Beides lässt sich mit einer Heizung kombinieren, aber es sind zwei verschiedene Wege: Solarthermie erzeugt Wärme direkt, Photovoltaik erzeugt Strom, der eine Wärmepumpe antreiben oder einen Speicher laden kann. Was sinnvoller ist, hängt von Dachfläche, Ausrichtung, Verbrauch und Ihrem Gesamtkonzept ab, und ist eine Frage an einen Fachbetrieb, der beides rechnen kann, nicht nur eines davon verkauft.

Was ins Angebot gehört

  • Heizlastberechnung statt Faustformel, bezogen auf Ihre Höhenlage
  • klare Angabe der geplanten Vorlauftemperatur
  • hydraulischer Abgleich als eigene Position
  • Demontage und Entsorgung der Altanlage
  • Schornstein-, Elektro- und Speicherfragen
  • Konzept für die Warmwasserbereitung
  • bei Außengeräten: Aufstellort und Schallschutz
  • Inbetriebnahme, Einweisung, Wartung

Klären Sie auch die Förderfrage und vor allem deren Reihenfolge: Manche Förderung setzt voraus, dass der Antrag vor der Auftragserteilung gestellt wird.

Fazit: Das milde Klima am Oberrhein spielt der Wärmepumpe in die Hände, aber nur, wenn Ihr Haus tatsächlich unten steht. Hülle, Höhenlage, Vorlauftemperatur und Anschlusslage klären, dann entscheiden. Und im Frühjahr anfangen, nicht im ersten Frost.

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